So Fern und doch so nah


Die letzten Tage des Monats Juni vergehen und ich bin mit meinem monatlichen Artikel spät dran. Woran liegt das? Ich war längere Zeit auf Urlaubsreise in Norwegen und Schweden und während dieser Zeit nicht nur physisch, sondern auch mental fern des Alltags. Doch ist das immer das Gleiche? Sicher nicht. Warum ich die beiden Worte "nah" und "fern" in der Überschrift entgegen des gebräuchlichen Sprichwortes vertauscht habe und was das insbesondere für den Vertrieb und die Führung von Menschen bedeutet, davon handelt dieser Artikel.

So nah und doch so fern

So liest sich der Satz sicher für Sie vertraut. Gelegentlich kommt er uns in Gedanken oder sogar über die Lippen, wenn wir über Menschen und Orte nachdenken. Das ist dann oft der Fall, wenn uns Dinge greifbar nah erscheinen, sie es aber - aus oft verschiedenen Gründen - nicht sind. Sie kennen das sicher auch aus menschlichen Beziehungen: Menschen, die Ihnen zwar räumlich nah sind, aber irgendwie doch weit weg erscheinen. Wo sich nicht so recht Nähe aufbaut, obwohl der- oder diejenige sich regelmäßig in Ihrem Umfeld bewegt. Hier stimmt der Satz "so nah und doch so fern".

 

So fern und doch so nah

Ich möchte mit diesem Artikel Ihren Blick darauf richten, was insbesondere in menschlichen Beziehungen bei umgekehrter Ausgangslage der Fall ist: Menschen, die sie nicht regelmäßig persönlich treffen. Die  Ihnen physisch fern sind.

Sie kennen das aus Ihrem Privatleben: Sicher haben Sie gute Freunde oder Bekannte, die Sie nur sehr selten persönlich zu Gesicht bekommen, die Ihnen aber trotzdem sehr nah sind. Dieses Gefühl von Verbundenheit, unabhängig davon, wie oft man sich trifft. Eben Qualität statt Quantität. 

Hier hat die Pandemie auf schmerzhafte Weise aufgezeigt, dass "Nähe" und "vor Ort" nicht immer das Gleiche sein können und auch nicht müssen.

 

Warum sollte das in Kundenbeziehungen oder der Führung von Menschen anders sein? Wenn ich Organisationen und Menschen begleiten darf, höre ich immer mal wieder verschiedene Einwände, dass:

  • KundInnen nur persönlich vor Ort beraten werden wollen
  • digitale Treffen bestenfalls nur informell ablaufen können
  • man sich sehen muss, um ein gutes Gespräch zu führen

Insbesondere, wenn wir über die Nutzung digitaler Medien sprechen, sind die Bedenken oft immer noch groß. Doch warum eigentlich? Kann es nicht eine Idee sein, auch auf digitalem Wege Nähe zu erzeugen?

 

Nähe auf Distanz

Fakt ist: Man kann anderen Menschen auch auf Distanz sehr nah sein. Nämlich persönlich nah. Das mache ich daran fest, zu wissen:

  • Was den anderen gerade beschäftigt oder bewegt
  • Wie es ihm oder ihr gerade geht
  • Wo aktuelle Herausforderungen liegen 
  • Was er oder sie sich für die Zukunft vornimmt
  • Wie es Ihnen möglich ist, dabei zu unterstützen

Geht es in Vertrieb und Führung unter Anderem nicht genau um diese Punkte? Und woher kommt die Annahme, dass man sich dafür immer persönlich sehen muss? Ich bin sicher kein Verfechter rein digitaler Beziehungen. Ein guter und wirkungsvoller Beziehungsaufbau erfordert insbesondere zu Beginn persönliche Begegnung. Doch wenn man eine gute Beziehungsebene zum Gegenüber hat, ist es wundervoll möglich, die zuvor genannten Punkte auch über "Fernkommunikationsmedien" zu erreichen. Eben "nah" sein, anstatt "vor Ort". Idealerweise ist das das Gleiche, muss es aber nicht.

 

Ich habe sowohl im eigenen Erleben als auch bei Organisationen, die ich bislang begleiten durfte, großartige Erfahrungen damit gemacht. Auch die Feedbacks von KundInnen und Mitarbeitenden zeigen, dass der digitale Kanal eine sinnvolle, zeitgemäße und trotzdem nicht minderwertige Ergänzung im Miteinander ist. Und zudem auch neue Freiräume und Effizienzen schaffen kann.

 

Und so möchte ich Sie und Dich ermutigen, "Nähe" im digitalen und (hoffentlich) post-pandemischen Zeitalter neu zu denken, sodass "so fern und doch so nah" für Mitarbeitende sowie Kundinnen und Kunden erlebbar wird.

 

Ihr/Dein

Sören Flimm

 



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