Perspektivwechsel


Wir alle kennen ihn: den unterschiedlichen Blick auf die gleiche Sache. Ob im Alltag oder im Beruf, immer wieder begegnet uns diese Thematik – oft umschrieben mit der Floskel „Die Medaille hat immer zwei Seiten“. Eigentlich ist das nichts Neues und wir alle wissen das, doch oft kommen wir erst in der Nachbetrachtung von Ereignissen und Situationen auf diese Erkenntnis zurück.

 

So erlebe auch ich im Privaten sowie in meinen Projekten und Workshops immer wieder Situationen, die auf diese simple Tatsache zurück zu führen sind: Nichts ist per se nur gut oder nur schlecht und es gibt auch nie den richtigen Zeitpunkt für ein negatives oder positives Ereignis. Uns fallen immer wieder Dinge ein, warum eine bestimmte Tatsache gerade ungelegen kommt oder nicht funktioniert. Die Wahrnehmung ist immer subjektiv: Wirklichkeit, ist das was wirkt!

 

Was das insbesondere mit Ihrem Unternehmen, Kundengeschäft und Ihren Mitarbeitern zu tun hat, davon handelt der folgende Artikel. Ich freue mich sehr, wenn Sie sich Zeit nehmen, bis zum Ende zu lesen.

 

 

 

„Was funktioniert schon alles?“

 

Leider höre ich insbesondere von Kundenberatern immer sehr oft, was alles noch nicht funktioniert. Wie sehr wünsche ich mir, doch häufiger mal die Frage aus der Überschrift zu erörtern.

Wer mich kennt, weiß, dass ich den Dreiklang aus Mensch, Organisation und Technik als erfolgskritisch betrachte. Demnach kann beispielsweise auch der motivierteste Mitarbeiter von einer nicht zeitgemäßen Technik und komplizierten Prozessen und Abläufen demotiviert werden. Dennoch gilt es, insbesondere beim Faktor Technik die Dinge wahrzunehmen, die bereits funktionieren. Wir alle sind uns sicher einig, dass insbesondere im Banken- und Sparkassenvertrieb in der Prozess- und Technikwelt noch jede Menge Hausaufgaben zu erledigen sind, um überhaupt mal „state of the art“ zu sein – wir reden hier noch nicht von zukunftsweisend. Umso wichtiger, loszulegen.

 

So findet man bei jedem neuen Beratungs- oder Vertriebsprozess Anwendungsfälle, die nicht oder nicht ausreichend abbildbar sind und es gibt auch sicher den einen Firmenkunden, der seine E-Mails nicht regelmäßig abruft oder keine Website hat. Aber konzentrieren wir uns doch eher mal auf die andere Seite: 

  • der schnelle und einfache Kreditprozess, der eine Zusage und Abwicklung in wenigen Minuten ermöglicht, 
  • die Gruppe von Kunden, die schon lange darauf warten, dass Ihr Firmenkundenberater nicht mehr mit Zettel und Stift zum Gespräch erscheint,
  • das Beratungsmedium, welches nun endlich visuell unterstützt ein kundenzentriertes und am ganzheitlichen Bedarf ausgerichtetes Kundenerlebnis ermöglicht.

Und ja: In jedem dieser Beispiele fallen Ihnen sicherlich Dinge ein, die noch nicht so gut funktionieren, wie Sie es sich wünschen. Ich möchte Sie dazu ermutigen, damit anzufangen, das Mögliche zu nutzen und das Wünschenswerte als solches zu verstehen und nicht als Rechtfertigung, mit dem Starten zu warten.

 

Der „richtige“ Zeitpunkt für Veränderung

 

Die Frage danach, wann man sich als Unternehmen einer Veränderung stellt, kann man sicherlich sehr philosophisch diskutieren. By the way: Wir alle unterliegen ständiger Veränderung und permanenter Anpassungsnotwendigkeit – ich spreche im Folgenden von Transformationsprojekten in Unternehmen und Organisationen. 

 

Einerseits gibt es Organisationen, die nur dann über Veränderung und Neuorganisation nachdenken, wenn die Performance einbricht. Ergo folgt man hier der Annahme, dass man nicht an sich arbeiten muss, wenn es doch augenscheinlich „gut läuft“. Die Kernfrage in derartigen Projekten lautet hier „Was müssen wir tun, um wieder erfolgreicher zu werden?“

 

Auf der anderen Seite gibt es das Lager derjenigen, die Veränderung aus der Position der Stärke heraus angehen und sich eher der Frage stellen „Was können wir tun, um erfolgreich zu bleiben.“. Oft sind das Organisationen, die den Wandel als Chance begreifen und etwas dafür tun, weiter oben mit zu spielen. Und siehe da, die Kreativität und der Mut in derartigen Projekten sind deutlich stärker ausgeprägt, als in der erstbeschriebenen Gruppe. Ist auch klar, denn die Veränderung ist weniger betriebswirtschaftlich notwendig, sondern vielmehr gewollt, um auch nachhaltig erfolgreich zu bleiben. 

 

Insbesondere im Firmenkundenvertrieb höre ich aktuell immer wieder Aussagen wie „Das letzte Jahr war eines der Besten im Kreditwachstum.“ oder „Wir sind der vertrieblich erfolgreichste Bereich in unserer Sparkasse.“ Es ist ganz wunderbar, dass das so ist. Doch die Gefahr liegt darin, damit jegliche Neuerung oder Anpassungsnotwendigkeit zu relativieren und als nicht notwendig zu erachten. Die Corona-Pandemie hat im letzten Jahr sehr düstere Aussichten für die unternehmerische Planung in Banken und Sparkassen beschert – wenn überhaupt eine Planung möglich war. Umso erfreulicher, dass es sehr viele Institute gibt, die mit guten Ergebnissen aus dieser Zeit hervorgehen und sich als verlässlicher Partner erwiesen haben, insbesondere bei den gewerblichen Kunden. 

Es gilt nun, wieder vom „Reagieren“ ins „Agieren“ zu kommen und sich der Frage zu stellen, wie man bei aktuellen Rahmenbedingungen und Aussichten Veränderung und Weiterentwicklung angehen kann ohne dabei darauf warten zu müssen, dass alles wieder so wird, wie es mal war – denn das wird es nicht. 

 

Den Weg in eine neue Zukunft gestalten – und das in der Gegenwart für die Zukunft und nicht in der Zukunft wegen einer verpassten Gegenwart. Dafür wünsche ich Ihnen viel Erfolg und möglichst viele volle Gläser!

 

Ihr/Euer

 

Sören Flimm



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