LERNERLEBNISSE


Was schon zu Kindertagen und Schulzeiten begann, macht auch vor dem Erwachsensein und im Berufsleben nicht Halt: Das Lernen! An dem immer wieder verwendeten Spruch "Man lernt nie aus" ist tatsächlich etwas dran. Sowohl im Privatleben als auch im Beruf unterliegen wir fortwährender Veränderung und neuen Situationen, die es zu bewältigen gilt. Das beginnt bei vermeintlichen Kleinigkeiten, wie neuer oder veränderter Soft- oder Hardware, die es zu bedienen gilt und endet bei größeren Veränderungen wie einem neuen Arbeitsplatz bis hin zu den umfassenden Auswirkungen einer Pandemie für Privat- und Berufsleben. Wir müssen Dinge neu lernen, um damit umzugehen.

Als ich vor Kurzem von einer Veranstaltung nach Hause gefahren bin, hat sich in der Reflexion für mich wieder eins bestätigt: Lernen darf und muss Freude machen. Erfahren Sie in meinem aktuellen Newsletter, warum ich dies für so wichtig erachte und erhalten Sie Impulse für Ihre tägliche Arbeit, die das Lernen nachhaltiger und wirkungsvoller werden lassen.

Ich wünsche Ihnen viel Freude beim Lesen!

 

 „must-learns" und "nice-to-learns“

 

"Wer nicht mit der Zeit geht, geht mit der Zeit", daher ist es unabdingbar, sich neuen Herausforderungen zu stellen, allein weil sich die Welt um uns herum permanent und immer schneller verändert. Nun gibt es sicherlich Dinge, die "must-learns" sind und andere, die "nice-to-learn" sind.

Allein diese Unterscheidung ist sehr spannend: Wer entscheidet darüber, ob man sich mit etwas Neuem befassen muss oder eher will? Im Kern ist das immer der Einzelne. Ich möchte Ihnen ein Beispiel geben: Der Vorstand bzw. die Geschäftsleitung eines Unternehmens sieht es als unbedingte Erfordernis an, künftig Kunden digital zu beraten. Die Erschließung dieses Kanals ist ein absolutes "must-have", um weiter am Markt attraktiv und zukunftsfähig zu sein. Ein Kundenberater, der bisher seine Kunden ausschließlich stationär beraten hat, mag das ganz anders sehen: Sicher ist es für ihn eine Möglichkeit, seinen Kunden digital zu beraten, aber muss das denn wirklich sein? Nein, es geht doch auch so wie bisher. Für alle Leser unter Ihnen aus dem Sparkassensektor: Mit ganzheitlicher Beratung mittels Sparkassen-Finanzkonzept möchte ich an dieser Stelle gar nicht anfangen ;-)

Sicher fallen auch Ihnen viele Beispiele ein, wo verschiedene Stakeholder einer Veränderung unterschiedliche Definitionen von "must learns" und "nice to learns" haben. Das hat natürlich erhebliche Auswirkungen darauf, ob sich insbesondere die Menschen letzterer Kategorie auf den Lernprozess einlassen und unter welchen Voraussetzungen dies geschieht.

 

 

Lernerlebnisse

 

Wie gelingt es nun, Menschen zum Lernen zu bewegen und dann das Lernerlebnis auch so zu gestalten, dass es nachhaltig wirkungsvoll ist? Am Anfang jeder Veränderung steht die unausweichliche Frage "Warum kann es nicht so bleiben, wie es ist?". Diese Fragestellung gilt es, mit allen Beteiligten und Betroffenen einer Maßnahme gut und hinreichend zu erörtern, denn die Resultate daraus bilden den Grundstein dafür, ob sie "notwendig" oder nur "wünschenswert" ist, siehe einleitendes Kapitel. Die Antworten darauf gilt es kulturell, im Tagesgeschäft und im Führungsprozess zu verankern.

Kommen wir nun zum Kernthema dieses Newsletters: Wie man Lernerlebnisse wirkungsvoll gestaltet. Auf der in der Einleitung genannten Veranstaltung durfte ich einen Vortrag des renommierten Neurologen und Hirnforschers Dr. Volker Busch hören, der sehr anschaulich und wissenschaftlich fundiert dargestellt hat, wie wichtig Spaß und Freude beim Lernen ist. Insbesondere in meinem Vortrags- und Workshopformat "Deine innere Jukebox" habe ich diesen Zusammenhang schon sehr bewusst genutzt, doch im Vortrag von Prof. Busch ist auch mir nochmal viel klarer geworden, wie die psychologischen Zusammenhänge sind und wie unsere Hirnwindungen diesbezüglich funktionieren. Sehr sehr spannend (klare Empfehlung an dieser Stelle)!

Sie alle kennen Schulungen, Seminare oder Weiterbildungsmaßnahmen, deren Inhalte sich nach wenigen Tagen im Alltag verlieren. Warum? Weil warscheinlich zwar gute Inhalte transportiert, aber nicht empfangen wurden. Eine entscheidende Komponente zum "Empfang" von Lerninhalten ist unsere Emotion, angesteuert durch Freude, Spaß und Begeisterung. Insofern gilt es, hierauf neben dem Fachinhalt einen besonderen Fokus zu legen und ein "Lernerlebnis" zu gestalten.

Wer von Ihnen im Vertrieb tätig ist weiß, dass erfolgreicher Verkauf dann gelingt, wenn beim Kunden ein gutes Gefühl entsteht. Kunden kaufen gute Gefühle, keine Produkte. Es geht also darum, ein besonderes Kundenerlebnis zu gestalten mit all seinen Facetten: Mensch, Organisation und Technik.

Nichts anderes ist es in Veränderungs- und Lernprozessen: Ein besonderes Lernerlebnis gestalten, das die Teilnehmer "kaufen". Ich gebe zu, es braucht auch Mut, neben Fachinhalten Wert auf emotionale Erlebnisse zu legen - denn die kann man ja nicht so gut wiegen, messen oder werten. Aber sie sind - wie die Hirnforschung zeigt - der Schlüssel dafür, dass nachhaltiges Lernen entsteht. Der Vergleich mit dem Vertrieb zeigt es doch: Wieviele Verkäufer glauben, es braucht nur die richtigen Argumente und Vorteilsargumentationen, dann wird der Kunde schon kaufen. Weit gefehlt.

In der Analogie zu Workshops und Seminaren hieße das: Man braucht nur die umfassenden Schulungsinhalte präsentieren, ein Handout zum Nachschlagen verteilen und ein wenig üben, dann können das alle. Zugegeben, ein wenig übertrieben, aber auch das ist weit gefehlt.

 

Ich komme immer wieder darauf zurück: Menschen machen Veränderung, also gilt es Menschen zu erreichen!

 

 

Lassen Sie mich folgende Thesen zusammenfassen:

 

1. Es gilt ein klares Verständnis darüber herzustellen, "warum es nicht so bleiben kann, wie es ist".

2. Neben fachlichen Inhalten ist ein emotionales Lernerlebnis unabdingbar, um wirkungsvolle Ergebnisse zu erreichen.

3. Es braucht den Mut, sich darauf einzulassen, dass Freude, Spaß und Begeisterung Einzug in Lernformate erhalten dürfen.

 

Ihr/Euer

 

Sören Flimm



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